Pläne für Quartierszentrum nehmen Gestalt an

Im letzten Gemeindebrief wurde berichtet, dass Standort und Zukunft der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hoisbüttel und damit das vielfältige Gemeindeleben – auch für Nicht-Kirchenmitglieder – gefährdet sind, da Kirche und Gemeindezentrum im Zuge einer kirchenkreisweiten Einstufung als sogenannte „C“-Gebäude klassifiziert wurden. Ferner wurde ausgeführt, dass die Kirchengemeinde Hoisbüttel sich der Herausforderung stellt und sich für Standort und Zukunft der Kirchengemeinde in Ammersbek / Hoisbüttel einsetzt. Ziel ist die Errichtung eines Quartierszentrums auf dem Kirchengrund, in dem die Kirchengemeinde Räume hat und zur Verfügung stellt. Damit würde in dem neuen Gebäude ein alternativer, fester Platz für kirchliche Angebote entstehen.

Wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass wir große Schritte in Richtung unseres Ziels Quartierszentrum gemacht haben. Hierzu im Folgenden Einzelheiten: Unabhängig von der C-Kategorisierung hatte vorher bereits im Hinblick auf die gesamte Wohnbevölkerung im Ortsteil Lottbek ein zweijähriger Prozess der Quartiersentwicklung (Nachbarschaftsforen) stattgefunden. An allen Veranstaltungen dazu hat auch unser Bürgermeister Horst Ansén teilgenommen.

Der Kirchengemeinderat hat ein Konzept für die Zukunft der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hoisbüttel beschlossen, das auch mit Blick auf den dargestellten Prozess der Quartiersentwicklung gestaltet worden ist.

Grundidee ist, dass auf dem Grundstück der Kirchengemeinde von einem Investor eine Wohnbebauung durchgeführt wird und durch den Grundstückserwerb (durch Erbpacht) vom Investor ein neues Quartierszentrum gebaut werden kann, das von der Kirchengemeinde und anderen Akteuren multifunktional genutzt werden kann.

Die Kirchengemeinde ist Mieterin des neu gebauten Quartierszentrums. Das bisherige Gemeindezentrum wird komplett abgerissen (die Kirchengemeinde behält das Grundstück als Eigentum). Dabei ist eine Wohnbebauung auch für Seniorinnen und Senioren zukunftsweisend. Zum Teil soll Wohnraum für Seniorinnen und Senioren mit wenig Einkommen geschaffen werden. Angestrebt wird das Konzept eines Betreuten Wohnens. Bei den Nachbarschaftsforen der Quartiersentwicklung wurde hiernach immer wieder gefragt.

Die Zusammenarbeit mit einem Sozial-Diakonischen Partner erscheint uns als unerlässlich. Vielleicht kann das Quartierszentrum sogar ein Stützpunkt für einen ambulanten Pflegedienst werden, am liebsten mit diakonischer / kirchlicher Trägerschaft. Die qualifizierte Beratung und Begleitung der Seniorinnen und Senioren und die Gemeinschaft / Begegnung findet in den Räumen des Quartierszentrums statt. Gerade die Möglichkeit für das Betreute Wohnen passt gut zum Gemeindeprofil der Kirchengemeinde Hoisbüttel, zum Engagement von Pastor Ralf Weisswange und den ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnanlage und die Besucherinnen und Besucher des Quartierszentrums können fußläufig in einem Umkreis von 500 Metern u.a. zu Lebensmittelläden, zur Sparkasse mit Geldautomaten, zum Hörgeräteakustiker, zu Ärzten, zur Apotheke, zur Krankengymnastik, zum Optiker, zur Reinigung, zu einem Café, zum Bus (Poppenbüttel, Bargteheide, Ahrensburg) und zu der Haltestelle der U1 in das HVV-Netz gelangen.

Und umgekehrt haben die Menschen in dem bevölkerungsreichsten Ortsteil von Ammersbek die Möglichkeit, innerhalb weniger Minuten das Quartierszentrum aufzusuchen. Dies kommt besonders Menschen mit geringem Radius (ältere Einwohnerinnen und Einwohner, Menschen mit Handicap / mit Assistenzbedarf, Familien mit kleinen Kindern) zugute. Wenn das Konzept umgesetzt wird, wäre es ein innovatives Pilotprojekt, denn ähnliche Ideen sind auf dem schleswig-holsteinischen Gebiet des Kirchenkreises Hamburg-Ost bisher nicht bekannt.

Die Kommune und der Kirchengemeinderat haben sich intensiv nach möglichen Investoren umgeschaut. Im Ergebnis wurde ein Investor gefunden, dessen Konzept hervorragend zum Zukunftskonzept der Kirchengemeinde passt. Auch die Verantwortlichen im Kirchenkreis Hamburg-Ost haben sich eindeutig für diesen Investor ausgesprochen. Die Pröpstin Isa Lübbers begrüßt das Konzept des Investors ebenfalls. Daraufhin hat ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden der politischen Parteien der Kommune stattgefunden, in dem das Konzept des Investors vorgestellt wurde.

Einvernehmlich wurde von allen Fraktionen bekräftigt, dass auf Basis des Konzepts von Kirchengemeinde und Investor in die detaillierte Umsetzungsplanung eingestiegen werden soll. Das heißt: im ersten
Schritt sollen noch vor der Sommerpause nach Vorbereitung durch den Bauausschuss in der Gemeindevertretung der Kommune die baurechtlichen Voraussetzungen für die Überplanung des Grundstückes geschaffen werden. Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger der Kommune an dem Verfahren beteiligt werden, insbesondere natürlich die Nachbarn und die Gemeindeglieder der Kirchengemeinde Hoisbüttel.

Pastor Ralf Weisswange
Uli Ulbricht, Vorsitzender des Finanzauschusses der Kirchengemeinde Hoisbüttel

P.S.: Zu dem Thema „Quartierszentrum an der Lottbek” ist eine Bürgerinformationsveranstaltung in unserem Gemeindezentrum für Mittwoch, 7. Juni 2017 um 19.30 Uhr geplant, zu der unser Bürgermeister Horst Ansén einladen wird.